Eine Frage, die sich wohl jeder Fan stellt: Wie committed man sich zu einem Job, bei dem einem ständig 5.000 Leute zugucken, die es theoretisch alle besser können? Philipps Antwort überrascht. Er sagt, er hätte größere Probleme, einen Vortrag vor 20 Leuten zu halten, als vor 5.000 Zuschauern Eishockey zu spielen. Yannik nickt. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Schulreferat, sagt er. Vor 5.000 Leuten auf dem Eis? Kein Problem.
Das liegt daran, dass man im Spiel in eine Art Tunnel kommt. Man nimmt gewisse Dinge wahr, aber nicht wirklich das Drumherum. Philipp erzählt, dass er manchmal Zeit hat, ein bisschen rumzugucken. Wenn die Stürmer vorne Druck machen und die Halle lauter wird, diese Atmosphäre, die einfach rüberkommt, das gibt ihm Gänsehaut. Dann spürt er, warum er das macht.
Für Yannik war das erste Mal in einer großen Halle wie Düsseldorf auch ein besonderer Moment. Klar, ist man da erstmal überwältigt. Aber dann will man dieses Gefühl in Aggressivität umwandeln, ins Spiel reinbringen. Allerdings mag er die kleineren Hexenkessel lieber. Diese originalen Eisstadien, wo man wirklich was von den Fans hört. In Düsseldorf ist die Arena zwar geil, aber man hört die Fans kaum. In Bad Nauheim zum Beispiel, auch wenn das Stadion nicht schön ist, die Stimmung ist der Wahnsinn. Wenn die Kasseler Fans dann noch mit einer Choreo anreisen und Bad Nauheim einfach in Grund und Boden singen, dann macht das richtig Spaß.
Und ja, Philipp kriegt mit, was die Fans singen. Er kennt die meisten Lieder und singt manchmal sogar mit, wenn gerade langweilig ist. Er sagt, wenn er kein Eishockeyspieler geworden wäre, wäre er wahrscheinlich selber Ultra. Er liebt Eishockey einfach. Und wenn er in Bad Nauheim einläuft und ausgepfiffen wird, dann ist das eigentlich das Allergeilste. Das gibt so einen Push. Jetzt zeige ich es euch.