Ursprünglich wollten sie bauen. Ganz klassisch, neu, von der Stange. Dann kam der Termin beim Hausbauunternehmen und der Traum war schnell vorbei. Zu teuer für das, was sie sich vorgestellt hatten. Also Plan B. Eine Bestandsimmobilie kaufen und sanieren. Aber nicht irgendwo, sondern in ihrer Gemeinde. Maximal zwei Dörfer kamen infrage. Spiekershausen oder Fürstenhagen, also im direkten Umfeld von Kassel. Ein Kompromiss, den beide eingehen konnten.
Kristina richtete einen Suchauftrag ein. Ende Oktober kam das Exposé. Zwei Tage später stand Marvin allein zur Besichtigung im Haus. Kristina war gerade ihr Brautkleid anprobieren. Seine Nachricht danach bestand aus einem Wort: "Geisteskrank." Kristina wusste nicht, ob positiv oder negativ. Dann schickte er ein Video vom Eingangsbereich. Sechs Meter hohe Galerie. Da war klar, sie muss sich das auch ansehen. Weitere zwei Tage später waren sie gemeinsam dort, mit Makler und Eigentümerin. Kristina stand in der Galerie und dachte: "Ja, kann ich mir super gut vorstellen." Direkt vor Ort bekamen sie den Zuschlag. Kristina rief ihre Mutter an und sagte: "Ich glaube, wir haben gerade ein Haus gekauft." Die Antwort: "Nee, ach, gar nicht." Doch. Hatten sie.