Von Bike-Leasing zu Probonio: Was Unternehmer von Paul Sinizin lernen können

600 Millionen Euro Umsatz, 150.000 geleaste Fahrräder und eine Eishockey-Halle modernisiert: Paul Sinizin ist Multiunternehmer aus Leidenschaft. Im Podcast verrät er, wie man vom Selbstständigen zum Strategen wird – und warum man sich als Unternehmer am besten selbst überflüssig macht.

Das wichtigste Learning vorweg: Andere sind besser als du

„Wenn ich merke, dass jemand etwas besser macht als ich, dann freue ich mich darüber“, sagt Paul gleich zu Beginn. Ein Satz, der simpel klingt – und doch für viele Unternehmer eine echte Herausforderung ist.
Paul hat früh verstanden: Wachstum entsteht nicht dadurch, dass man alles selbst macht. Sondern indem man Menschen findet, die bestimmte Dinge besser können als man selbst – und ihnen dann auch wirklich Verantwortung gibt.
Das Ego-Problem vieler Unternehmer
Viele Gründer starten mit einem großen Ego – und das ist erstmal nichts Schlechtes. Man braucht Selbstbewusstsein, um überhaupt ein Unternehmen aufzubauen. Aber genau dieses Ego wird irgendwann zum Bremsklotz. „Es ist in der Natur der Sache, dass jüngere Leute manche Dinge einfach besser können“, sagt Paul pragmatisch. Wer das nicht akzeptieren kann, wer nicht bereit ist loszulassen und Aufgaben abzugeben, wird früher oder später an Grenzen stoßen. Vielleicht nicht sofort – aber spätestens dann, wenn das Unternehmen wachsen soll.

Die Bike-Leasing-Story: Wie aus 50 Fahrrädern 150.000 wurden

Paul ist einer der Köpfe hinter Bike-Leasing – einem Unternehmen, das das Dienstrad-Leasing in Deutschland maßgeblich geprägt hat. Die Zahlen sprechen für sich: 2023 lag der Umsatz bei rund 600 Millionen Euro, aktuell sind etwa 150.000 Fahrräder im Leasing.
Doch der Start war bodenständig. „Wir haben ganz normal angefangen“, erzählt Paul. Die Idee: Mitarbeitende können über den Arbeitgeber ein Fahrrad leasen – steuerlich begünstigt, sinnvoll für alle Seiten.
Ein Win-Win-Win-Modell
Das Bike-Leasing-Modell funktioniert, weil wirklich alle profitieren:
Der Mitarbeiter bekommt ein hochwertiges Fahrrad deutlich günstiger als beim Direktkauf. Durch die steuerliche Förderung spart man spürbar – und tut nebenbei etwas für Gesundheit und Alltag.
Der Arbeitgeber bietet ein attraktives Benefit, ohne große Zusatzkosten. Im Gegenteil: In vielen Fällen sinken sogar die Lohnnebenkosten. Solche Benefits machen Arbeitgeber außerdem moderner und attraktiver.
Der Fahrradhändler verkauft mehr Räder und hat planbare Umsätze. Eine klassische Win-win-win-Situation.

Der Wendepunkt: Als sie Microsoft gesprengt haben

Jedes Unternehmen kommt irgendwann an den Punkt, an dem die bisherigen Tools nicht mehr reichen. Bei Bike-Leasing war dieser Moment erreicht, als die Systeme an ihre Grenzen kamen.
„Wir haben Microsoft gesprengt“, sagt Paul fast beiläufig. Was wie ein technisches Problem klingt, war eigentlich ein Meilenstein: Das Unternehmen war so groß geworden, dass Standardlösungen nicht mehr mitkamen.
Die Lösung: Ein eigenes CRM-System
Die Konsequenz: Bike-Leasing ließ ein eigenes CRM entwickeln – zugeschnitten auf die internen Prozesse und die wachsende Anzahl an Kunden, Verträgen und Rädern.
„Wir wollten uns nicht mehr mit langweiligen, wiederholenden Aufgaben beschäftigen“, erklärt Paul. Alles, was automatisierbar ist, sollte automatisiert werden. Nicht aus Bequemlichkeit – sondern um Zeit und Fokus für die wichtigen Themen freizuschaufeln.
Ein externer Dienstleister macht’s möglich
Wichtig dabei: Paul hat das nicht selbst programmiert. „Wir haben mit einem externen Dienstleister gearbeitet.“ Auch hier wieder das Muster: Andere können es besser – also nutzt man genau das.
Ein Punkt, den auch Marvin von Hypovision nachvollziehen kann: „Das beruhigt mich. Wir nutzen auch einen Dienstleister.“ Denn auch Hypovision steht an dem Punkt, an dem Standard-CRMs nicht mehr ausreichen.

Der Mindset-Shift: Vom Selbstständigen zum Unternehmer

Was unterscheidet Selbstständige von Unternehmern? Paul bringt es auf den Punkt:
„Im ersten Teil meiner Arbeitszeit habe ich IM Unternehmen gearbeitet. Heute arbeite ich AM Unternehmen.“
Arbeiten IM Unternehmen vs. AM Unternehmen
Arbeiten IM Unternehmen heißt: operativ sein. Kundenanfragen beantworten, Verkaufsgespräche führen, Probleme lösen, Tagesgeschäft.
Arbeiten AM Unternehmen heißt: Strukturen schaffen. Prozesse definieren. Strategisch denken. Das Unternehmen so aufstellen, dass es auch ohne den Gründer funktioniert.
Dieser Wechsel ist entscheidend – und für viele Unternehmer die schwierigste Phase.

Krisen als Katalysator: Die Gegenwind-Geschichte

Natürlich lief nicht alles immer glatt. Paul erzählt von einer Phase, in der politischer Gegenwind aufkam. Das Modell wurde kritisch betrachtet, manche wollten die steuerlichen Vorteile abschaffen.
„Wir mussten Aufklärungsarbeit leisten“, erinnert er sich. Es ging darum zu zeigen: Das Modell ist nicht nur für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sinnvoll, sondern auch volkswirtschaftlich. Es schafft Jobs, fördert Gesundheit und unterstützt die Verkehrswende.
Probleme lösen, nicht bekämpfen
Pauls Ansatz war nicht Konfrontation, sondern Kommunikation: reden, erklären, Verständnis schaffen. „Wir sind auch mit den Banken, mit den Landesbanken ins Gespräch gegangen.“
Das Ergebnis: Das Modell blieb nicht nur bestehen – es wurde am Ende sogar gestärkt. Und Paul nimmt daraus ein weiteres Learning mit: In Lösungen denken, nicht in Problemen.

Probonio: Das neue Baby

Nach dem Erfolg mit Bike-Leasing hat Paul ein neues Projekt gestartet: Probonio. Eine Plattform, die Arbeitgebern und Arbeitnehmern zeigt, welche Benefits und steuerlichen Vorteile möglich sind – verständlich, aktuell und praxisnah.
„Viele Chefs wissen gar nicht, was sie ihren Mitarbeitern alles geben können“, erklärt Paul. Steuerberater sind oft überlastet oder nicht auf dem neuesten Stand. Und genau da entsteht eine Wissenslücke, die Probonio schließt.
Die App, die Wissenslücken schließt
In Probonio sehen Arbeitgeber auf einen Blick: Welche Benefits sind möglich? Welche sind steuerfrei? Was lohnt sich wirklich?
Zum Beispiel:
• 50-Euro-Gutschein pro Monat • Essenszuschüsse (z. B. 7,50 Euro täglich) • weitere steuerliche Vorteile, die viele gar nicht auf dem Schirm haben
„Es löst genau dieses Problem“, sagt auch Marvin, der Probonio bereits nutzt. „Wir wissen jetzt, was wir unseren Mitarbeitern geben können.“

Die Kassel Huskies: Leidenschaft trifft Unternehmertum

Neben seinen Unternehmen ist Paul auch Miteigentümer und Geschäftsführer der Kassel Huskies – dem Eishockeyverein aus Nordhessen. Was als Leidenschaft begann, wurde irgendwann ein echtes Business.
„Ich war früher Profi-Spieler“, erzählt er. Und irgendwann kam die Chance, beim Verein einzusteigen. Aus einem kleinen Engagement wurde schnell etwas Größeres.
Die Hallen-Geschichte: Groß denken zahlt sich aus
Ein Schlüsselmoment war die Entscheidung, die Eissporthalle zu modernisieren. Der damalige Eigentümer wollte aufhören. Paul stand vor der Wahl: klein denken – oder groß investieren.
Er entschied sich fürs Große. Heute sind fast alle Spiele ausverkauft, Sponsoren sind eng vernetzt, der Verein steht wirtschaftlich stabil da.
Das Sponsor-Ökosystem
Was Paul bei den Huskies aufgebaut hat, ist mehr als Sponsoring. Es ist ein Netzwerk, in dem Unternehmer sich gegenseitig helfen, Geschäfte machen und voneinander profitieren.
„Jeder Unternehmer, der da ist, hat einen Vorteil“, sagt Marvin, der selbst Sponsor ist. „Man merkt diese unternehmerische Ader, die Paul dem Verein gibt.“

Die wichtigsten Learnings für Unternehmer

Was können andere Unternehmer konkret von Paul Sinizin lernen?
1. Finde Menschen, die besser sind als du Ego raus, Kompetenz rein: Wenn jemand etwas besser kann, stell ihn ein. Gib Verantwortung ab. Und lass ihn machen.
2. Arbeite AM Unternehmen, nicht nur IM Unternehmen Operativ arbeiten ist wichtig – aber langfristig nicht die Aufgabe des Chefs. Deine Aufgabe ist Struktur, Strategie und Richtung.
3. Automatisiere, was automatisierbar ist Wiederholende Aufgaben fressen Zeit und Energie. Gute Systeme schaffen Freiraum – für Wachstum und für bessere Entscheidungen.
4. Denke in Lösungen, nicht in Problemen Gegenwind gehört dazu. Entscheidend ist, wie man reagiert: zuhören, erklären, Lösungen finden – statt Energie im Kampf zu verlieren.
5. Mache dich selbst überflüssig Wenn dein Unternehmen ohne dich nicht funktioniert, hast du keinen Betrieb – sondern einen Job. Baue so, dass es auch ohne dich läuft.

Ausblick: Steigen die Huskies auf?

Zum Schluss noch die Frage aller Fragen: Steigen die Kassel Huskies diese Saison auf? Paul bleibt diplomatisch: „Ich sage zum Beispiel: Dieses Jahr haben wir das Gefühl, wir steigen auf.“
Ob das stimmt, sehen wir in ein paar Monaten. Sicher ist aber: Mit Paul als Geschäftsführer sind die Voraussetzungen ziemlich stark.

Fazit: Multiunternehmer aus Überzeugung

Paul Sinizin ist kein Unternehmer, der einmal Glück mit einer Idee hatte. Er ist jemand, der verstanden hat, wie man Unternehmen aufbaut, skaliert und langfristig erfolgreich führt.
Seine Learnings sind nicht aus dem Lehrbuch – sondern aus der Praxis. Aus Erfolgen, Krisen, Systemgrenzen und mutigen Entscheidungen. Aus 600 Millionen Euro Umsatz, einer modernisierten Eishalle und dem nächsten großen Projekt: Probonio.
Und vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt: Er teilt dieses Wissen nicht aus Show – sondern weil er überzeugt ist, dass Unternehmer voneinander lernen müssen. Weil starke Netzwerke am Ende alle stärker machen.

Über Paul Sinizin:

Paul Sinizin ist kein Unternehmer, der einmal Glück mit einer Idee hatte. Er ist jemand, der verstanden hat, wie man Unternehmen aufbaut, skaliert und langfristig erfolgreich führt.
Seine Learnings sind nicht aus dem Lehrbuch – sondern aus der Praxis. Aus Erfolgen, Krisen, Systemgrenzen und mutigen Entscheidungen. Aus 600 Millionen Euro Umsatz, einer modernisierten Eishalle und dem nächsten großen Projekt: Probonio.
Und vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt: Er teilt dieses Wissen nicht aus Show – sondern weil er überzeugt ist, dass Unternehmer voneinander lernen müssen. Weil starke Netzwerke am Ende alle stärker machen.
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